PlayStation VR angedaddelt – Virtual Reality für den Sony-Konsolero

Endlich ist sie mein, die PSVR von Sony. Gestern, am sogenannten Release-Tag klingelte der Postbote des Vertrauens und überreichte mir das mit Saturnklebeband beklebte Paket. Im Grunde kann ich heilfroh sein, dass Saturn so schnell liefern konnte, wenn man sich andere Stories im Netz anhört, dass besonders Amazon Lieferprobleme hat und mit zu wenig beliefert wurde. Doch egal, meine ist ja nun da und wird tagtäglich – sofern es die Zeit zulässt – auf Herz und Nieren geprüft.

Die Verpackung an sich ist alles andere als schlicht. Wer jetzt verneint, der sollte sich mal Verpackungen von Apple anschauen.  Demnach befinden sich auf allen Seitenteilen Details rund um die PlayStation VR, worum handelt es sich überhaupt, was bietet es/soll es bieten, Spiele?. Einige Kartonseiten bieten mehr, anderen weniger Infos. Mir gefällts, denn es ist jetzt nicht zu viel und nicht zu wenig, dennoch informativ und beschreibt das Produkt. Man wird im Laden schlecht zum falschen Unternehmensprodukt greifen. Ein frommer Gruß nach Cupertino.

PSVR Verpackung Netzteil

PSVR Verpackung Netzteil

Anders sieht es da beim Verpackungsinneren aus. Teilweise faszinierend, andererseits schockierend, dass man im Jahre 2016 noch so viel Geschnörkel mit der Verpackung anstellt. Nicht nur, dass man Zubehör einfach überdimensioniert verpackt, sondern generell der ganze Aufbau bestehend aus zu vielen Kleinkartonagen ist nach meinem Empfinden nicht mehr ganz zeitgemäß. Sprich, überall zu viel Plastik und farbig bedruckte Kartons. Aber nun gut. Wenigstens macht es alles einen wertigen Eindruck. Japaner eben.

PSVR Verpackungsinhalt

PSVR Verpackungsinhalt

Nach dem ganzen Auspacken musste das VR-System ja noch angeschlossen werden. Zwar liegt dem Ganzen eine kurze Anleitung bei, jedoch veröffentlichte Sony auf ihrem YT-Channel in drei Episoden ein How-to-Connect Tutorial. Nützlich und praktisch: an den Beutelinhalten steht in numerischer Reihenfolge, was als nächstes in Augenschein genommen werden soll.

Bevor es losgeht merke ich aber sofort: man ist das ein Kabelsalat überall. Kabelstränge hier, Kabel dort, Kabel überall. Da frage ich mich jetzt schon, warum benutzt man im Jahre 2016 noch Kabel statt Funk? Wie dem auch sei, ich platziere rund zwei Meter vor dem TV einen Stuhl und drücke zum ersten Mal auf den Einschaltdrücker am Headset, setzte es wie in den Tube-Vidz beobachtet und in den Anleitungen beschrieben das VR-Headset auf und erstmal müssen etliche Einstellungs- und Kalibrierungsvorgänge durchlaufen werden. Zwar leicht ätzend an, aber je nachdem notwendig, auch wenn ich eigentlich nichts wirkliches verstellen muss und mich so fortklicken kann.
Das Headset fühlt sich dabei zwar bequem an, aber nicht zu schwer. Dennoch wird man es wohl nie vergessen, dass man eines auf hat. Beim Justieren frage ich mich kurz, wie lange das Headset wohl diese Spielchen mitmachen wird. Auch wenn ich es hauptsächlich sein werde, der es benutzen wird, muss bei jedem Aufsetzen die PSVR wieder neu justiert werden: Kopfschnalle und Visier. Klar, mit der Zeit entwickelt man ein Gefühl für die richtige Position, dennoch müssen die Justierknöpfe immer wieder gedrückt, das Headset in die Länge gezogen und das Visier für die Schärfe im richtigen Abstand positioniert werden. Hoffentlich geht da irgendwann nicht irgendwas kaputt.
PSVR Headset

PSVR Headset

Nach wenigen Sekunden des Eingewöhnens, kann ich nun im normalen PS4-Menü die im Headset dargestellte Bildschirmgröße in drei verschiedene Größen einstellen. Klein, Mittel und Groß. Groß ist wirklich groß und wird nicht umsonst auch als Kino/Cinema-Modus bezeichnet. Ich starte die US-Demo-Disc, die vorher aus dem US-Store gezogen hatte und mache erstmal große Augen und knirsche leicht mit den Zähnen – lange Wartezeiten? Sowas kennt man doch gar nicht mehr. Punkte, die einen Kreis bilden und dabei sequentiell aufleuchten. Nervig, besonders, weil es wirklich lange dauert und keine Einbildung ist.
Als erstes ist die Until Dawn: Rush of Blood dran, die Horror-Achterbahnfahrt-Demo. Sollte ich lieber was leichteres nehmen? Also nicht etwas Sanfteres und vor allem keine Achterbahnfahrt? Ich denke,nee, wenn, dann Vollgas.
An dieser Stelle möchte ich auf die Demo-Games nicht weiter eingehen, die werden gesondert nochmal in Augenschein genommen. Trotzdem, gleich ein erstes Fazit: Viel Licht und viel Schatten. Die Technik und Art und Weise dieses Daddelns im Wohnzimmer ist frisch und fühlt sich – je nach Game – toll und richtig interaktiv an. Man wird ab sofort noch mehr mit Details interagieren können und vieles zu entdecken haben.
Auf der anderen Seite jedoch fühlt sich einiges bereits jetzt schon Altbacken an. Sicher, die Spiele müssen flüssig laufen, sonst drohen nicht nur Übelkeit und Co., sondern die Augen werden dadurch auch noch mehr gestresst, aber man fühlt sich irgendwie leicht in die Vergangenheit zurückversetzt. Treppchenbildung, Unschärfe und Konsorten grüßen wieder. Grafikstile, die man noch aus Pre-PS4-Zeiten her kennt, feiern ihr Comeback.
Die PSVR steckt noch am Anfang in der Entwicklung bei den Games und man merkt zwischen den Games deutliche Unterschiede, eben nicht nur was Grafik angeht, sondern was Interaktionen und Innovation sowie Integration angeht. Einige Games können im Grunde erst jetzt entstehen – ich sag nur Kopfballspielchen beim Fußballspiel Headmasters, oder eben alle andere Spiele, wo das Greifen mit den Händen simuliert wird, oder solche Videospiele, wo man sich dabei bewegen muss.
Es wäre jetzt direkt am Anfang noch unfair zu sagen, dass ich mich jetzt schon auf  Generation 2 der PSVR freue. Eher, dass die Entwickler wirklich alle bisherigen Möglichkeiten der PSVR ausprobieren und nutzen. Ich will jetzt selbst Türen öffnen und wenn ich mich bücke, will ich meine Gliedmaßen plus Klamotten sehen – was früher der Wunsch war, seine Spielfigur im Spiegel zu sehen. Bis dahin, werde ich die Demos ausgiebig testen und ja, es waren irgendwo, irgendwie, irgendwann leichte Übelkeitserscheinungen wahrzunehmen, die zum Glück nie ausgebrochen sind. Dennoch gilt zumindest für mich, dass ich dieses VR-System nicht länger als 20 Minuten am Stück vertrage und dann Kopfschmerzen bekomme. Ists das VR-Prinzip oder Sonys PlayStation VR? Time will tell….

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