Cover Tumble VR, Quelle: Sony

PSVR: geschickt Klötzchen stapeln mit Tumble VR

Es war beim Release der PlayStation VR eines der ersten Demos, die ich auf der PSVR beiligenden Demodisc angedaddelt hatte und weil TUMBLE VR mir, meinen Kollegen und besonders meiner Freundin so viel Spaß gemacht, musste die Vollversion her. Die aufgepimpte Virtual Reality-Version des PS3-Denkspielklassikers, wo man kniffelige Rätsel mit Stapeln von Gegenständen lösen muss.

Promobild Tumble VR, Quelle: Sony

Promobild Tumble VR, Quelle: Sony

Solche Spielchen mag ich sowohl online, als auch offline ziemlich gerne: alles was mit Denken, Überlegen, Rätsel lösen und überwinden von Hindernissen zu tun hat. Als PS1’ler zockten wir damals viele Stunden beispielsweise Kula World. Man rollt als Ball durch etliche Levels, um vom Ausgangspunkt immer an ein Ziel zu kommen. Und wenn die Daddelkiste mal aus war, hatte man ja immer noch sowas wie Jenga und Co. Aber damals lagen Welten zwischen der normalen, realen und der digitalen Welt. Es war einfach das Reale vom Digitalen zu unterscheiden, denn dafür sorgte ja mindestens die Grafik. Pixel und Co. lassen an dieser Stelle grüßen. Doch seitdem ich das VR-System von Sony Daheim habe, hat sich auch dieses Genre verändert.

Geduld und Konzentration

Einmal in der Immersion verloren, fühlt es sich wirklich so an, als wenn ich  es bin, der in der realen Welt vor dieser Aufgabe sitzt, die mir eine schwebe K.I.-Kugel aufträgt – was ein wenig an Portal erinnert. Manchmal sind es Aufgaben, wie “bauen sie diese Klötzchen so aufeinander, dass sie Höhe XYZ erreichen” oder “lasse Turm XY mit Hilfe von ZX einstürzen” bzw. “lenke die Laserstrahlen durch einsetzen von Spiegelklötzchen zum richtigen Ziel”. Dabei muss man allerdings bedenken, dass einige Bau- und Hilfsgegenstände aus unterschiedlichen Materialien bestehen, d.h., dass diese unterschiedliche Gewichte, Dichten und Maße aufweisen als Andere. Interessant und spannend wird es, dass es dadurch zum Teil auch viele verschiedene Lösungswege gibt. Früher gab es in Videospielen meist nur eine Lösung, geschuldet der technischen Beschränktheit. Aber heute? Heute ist im Grunde so gut wie nichts mehr unmöglich.

Spielausschnitt Tumble VR, Quelle: Uploadvr.com

Spielausschnitt Tumble VR, Quelle: Uploadvr.com

Anfänglich hab ich noch den Move-Controller genutzt, doch je mehr ich mich damit beschäftigte, desto besser kam ich mit dem normalen PS4-Pad zurecht, da ich mit ihm die Bauteile besser drehen und wenden kann, was bei Levels mit Countdown/Zeitzähler von Vorteil ist. Toll ist es auch, dass mit Hilfe der Immersion oft denkt, man würde wirklich vor der Aufgabenplattform/Tisch stehen bzw. sitzen, auch wenn bei Benutzung der Controller nur deren Abbildung genutzt wird anstelle von Händen – wie beispielsweise beim Job Simulator.  Mit dem Headset kann ich auch hier um mich herumgucken und Hin und Wieder sogar geheime Levels freischalten, indem ich aus Versehen mal nach rechts schaue – wo normal ja nicht “die Musik spielt” und sehe z.B. einen anderweitig farbigen Gegenstand, den ich mit einem der Gegenstände abwerfen kann und zack öffnet sich ein Bonus-Level. Auch toll und hilfreich, dass ich dank dem 3D-Effekt, die Plattform, auf die man stapeln muss, hoch und runter fahren lassen kann bzw. so drehen kann und das Spielgeschehen aus einem anderen Winkel aus betrachten kann.

Abwechslungsreiche Levels

Die unterschiedlichen Levels,  was auch komplett andere Aufgabenstellungen bedeutet, sorgen nicht nur für ausreichend Abwechslung, sondern auch für unterschiedliche Knobel- und Fruststufen. Nicht jedes Level bzw. nicht jede Aufgabe ist sofort lösbar. Aber zum Glück kann ich ja entweder durch wegnehmen der Gegenstände von Neuem anfangen, oder ich starte das Level einfach neu. Praktisch, wenn ich z.B. einen Stein von der Plattform ins Nichts stürzen lasse, taucht er auf dem Podium vor der Plattform wieder auf. Ich muss mich also nicht damit jedes Mal quälen, den Gegenstand erst mühsam dorthin zu legen oder zu werfen. Andererseits ist es jedoch auch trügerisch: nur weil auf dem Podium 10 Gegenstände liegen, heißt es noch lange nicht, dass ich auch wirklich alle 10 benutzen muss. Wie schon einmal erwähnt, es gibt nicht den Lösungswege, sondern Mehrere. Es gibt z.B. auch einen Leveltyp, wo man in Tetris-Manier Gegenstände von oben zu gebeamt bekommt und man muss diese aufeinander stapeln, bis entweder Höhe X erreicht ist, oder eine gewisse Anzahl an Gegenständen verbaut wurde. Mag ich eine Form nicht, lasse ich diese hier jedoch ins Leere fallen, sie verschwindet und eine neue Form taucht auf. Heißt, kann ich einen abgerundeten Stein nur schwer irgendwo verbauen, pulverisiere ich ihn und bekomme einen Ziegelstein, der sich wesentlich besser “verwursten” lässt.

Siehste, hab ich dir doch gesagt!

Solche und ähnliche Games machen unglaublich viel Spaß, weil nicht jedes Level – auch beim Wiederholen nicht – das Gleiche ist und man viele Freiheiten hat. Alleine das Bedenken der Materialien sorgt schon für pulsierenden Gehirnschmalz. Man verhält sich schon kindisch und experimentiert mit der Spielphysik und versucht die physikalischen Eigenschaften Material X auszutesten. Denn sehr oft muss man das Balancing finden, um in die Höhe und dann noch an Hindernissen vorbei stapeln zu können. Nehme ich jetzt den Holz- oder den Glaswürfel? Wann greife ich zum nach Beton aussehenden Gegenstand? Wie schwer sind jene, deren Material nicht erkennt?

Noch schwieriger wird es, wenn ich Freunden dabei zusehe und ich mir denke “..nutz doch dies und jenes da und NICHT das. Siehste, hab ich dir doch gesagt!”. Gibt Stellen, da hätte ich eben anders reagiert und die Klötzchen anders gestapelt oder andere Materialien genommen. Und oft, wie schon beschrieben, klappt es dann doch, weil es eben mehrere Lösungswege gibt. 😉

 

 

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