Cover WWE2k17, Quelle: 2kgames

WWE2k17: Same procedure und täglich Grüßen die Bugs

Knapp vier Monate ist es nun her, dass 2k im Grunde das derzeit einzige (aktuelle) Wrestling Videospiel WWE2k17 auf den Konsolenmarkt gebracht hat. Für wen lohnt sich der erneute und jährliche Aufguss und wer mag damit eine Menge Spaß haben? Die Antwort lautet schlicht und einfach: nur die äußerst krassesten Die-Hard-Fans.  Sprich, nichts für den Ottonormalverbraucher nichts für Grafikfetischisten und schon gar nicht für jene, die sich leicht über Bugs aufregen.

Fans von gewissen Reihen (FIFA, Battlefield, CoD…) kennen es zu Genüge, dass auch der jeweils neueste Ableger entweder blind gekauft oder irgendwann erworben werden muss. So verhält es sich für gewisse Wrestlingfreunde mit den Konsolenspielen der WWE. Doch während sich FIFA und Co. ständig weiterentwickeln, neue Physikengines, Animationsfeatures, neue Zuschauerfeatures bzw. generell Stadien in verschiedenen Größen bekommen, stagniert die WWE-Reihe seit Jahren.

Nicht nur, dass es jährlich zu Verschlimmverbesserungen kommt, nein, es werden auch jedes Jahr etliches Modi,Features oder Superstars aus dem Game entfernt, die sonst zur Abwechslung beigetragen haben. Was ist die offizielle Ausrede meistens? Die Features würde nicht (mehr) mit der Engine im Einklang sein. Eine fragwürdige Argumentation, da das Grundgerüst – zumindest das Fühl- und Spürbare, bald ein Jahrzehnt (mindestens) auf dem Buckel hat. Seit Jahren bewirbt man, dass man erneut die Anzahl der Superstars übertroffen hat. Doch hier schießt man sich selbst ins Bein. Was bringen mir über 100 Charaktere, wer jeder dem anderen von der K.I. und damit von der Spielweise her gleicht und gut 6 von 10 Wrestlerfiguren ihrem Ebenbild nicht im Geringsten ähneln?

 

The same procedure as every year

Erneut muss hier wieder FIFA – oder von mir aus auch PES – als Spielfigur-Referenz herhalten. Dass bei den ganzen Vereinen mit ihren durchschnittlich 20 Spielern nicht unbedingt alle (foto)realistisch aussehen und extra für die Erstellung mit modernsten Methoden eingescannt werden, sollte klar sein. Doch merkt man schon, dass – je nach Bekanntheitsgrad und Erfolg, sich die Spieler “in-game” im Laufe der Zeit immer mehr dem echten Menschen optisch annähern. Aber in der WWE-Game-Series? Nichts dergleichen. Entweder wurde eine Person gar nicht eingescannt oder das Scanning lief schief und der Mensch ist nun ganz verstellt dargestellt und nicht wieder zuerkennen.

Das alles bringt mich zum Überlegen, dass es vorne und hinten mit den ganzen Mechanismen und eingesetzten Engines beim 2k-Entwickler VC (sowie Co-Dev YUKES) nicht so richtig klappt, dass sie die Superstars richtig implementiert bekommen.  Neuer Content jedes Jahr? Fehlanzeige. Erweiterung des Gameplays? Fehlanzeige. Dass es wohl nicht so einfach ist, das Spiel zu programmieren, zeigt auch die massive Anzahl an Bugs und dabei reden wir nicht von kleineren, sondern wirklich haarsträubenden Fehlern, die sich quer durch das Game wuseln. Manche mögen ja mittlerweile durch den x-ten Patch beseitigt worden sein, doch muss ich mich trotzdem fragen, wie in der Releaseversion noch zig gravierende Bugs auftreten können, die selbst von einem mehreren gigabyte-schweren Day-One-Patch nicht groß berührt werden.

Wenn das Proggen doch dort so fehlerhaft ist, müsste 2k mal ihre Prozesse auf Effizienz und Effektivität , insbesondere der QS, checken. Sowas ist ein No-Go und verärgert nicht nur die Stammfans, sondern verschreckt auch noch potentielle Casual-Gamer. Im Forum von Wrestlinggames.de kann übrigens der Bug & Fehler Thread verfolgt werden, der mittlerweile über 26.000 Zugriffe und 500 Antworten beinhaltet. In dem Sinne, dass  in Bill-Murray-Manier die Bugs täglich grüßen.

Wenn also weder die Optik und Lebendigkeit der +100 Superstars und die der ganzen Environment des Spiels (Ring, Arena, Umwelt, Zuschauer…) überzeugen können, womit kann WWE2k17 denn dann noch punkten? Tja, zumindest nicht mit allzu Vielen. Langzeitmotivation kann man getrost vergessen, dafür bietet keines der Modi ausreichend Inhalt oder Funktionalität. Einen linearen Stroy-Modus gibt es nicht mehr und der “gute” Universe-Mode, dem 2k jetzt eine Promo-Engine (textbasierend, aber undynamisch) spendiert hat, mit dem ein bis zwei Akteure sich mit Worten bombardieren können, versprüht eher Lustlosigkeit und Langeweile.

Das Einzige, was sich bisher seit der Serienübernahme durch 2k gut entwickelt hat, ist das Grund-Gameplay, welches – mehr oder weniger – flüssiges catchen ermöglicht. Doch auf Dauer bringt mir diese Spielmechanik auch nichts, da sich jeder Move, also jede Aktion mit anderen Superstars immer gleich anfühlt und ausschaut. Es spielt also weiterhin keine Rolle, ob Aktion X von einem 1,60m großen und 70kg schweren Athleten oder einem schwergewichtigem Riesen durchgeführt wird, die Aktion bleibt von der Art, Geschwindigkeit und Impact dieselbige. Auch hat es keinen Einfluss, ob die Aktion am Anfang oder am Ende des Matches stattfindet. Der Running-Gag der Engine, dann eben Pimpfe die Riesen durch den Ring wirbeln können, ist immer noch vorhanden und wird sich, solange das Grundgerüst nicht geändert wird, auch nicht mehr verändern.

Letzter Punkt, der einiger Maßen gelungen ist, aber auch schnell in die Langeweile driftet, ist die Möglichkeit, Sachen und Superstars zu entwerfen bzw. zu erstellen. Egal ob neue Superstars, Arenen, Shows, Gürtel, Einmärsche oder Videos. Wie überall im Game in allen Modi antreffend, müsste man weitaus weniger meckern und groß kritisieren, wenn diese künstlichen Restriktionen nicht währen. Wieso muss alles und jenes immer beschnitten werden? Bei einer Möglichkeit kann ich eine Sache benutzen und selbige bei einer Anderen wiederum nicht mehr. Plötzlich sind diese Möglichkeiten ohne sichtbaren Grund verschwunden oder ausgegraut. Entweder stößt die Engine hier wieder an ihre Grenzen, oder es hat politische Gründe, weswegen ich sie dann nicht verwenden und damit benutzen kann/darf.

Wie sieht es eigentlich mit der DLC-Politik aus? Ja, 2k hat da ja einen besonderen Fetisch zu, der noch wahnsinniger als EA zu sein scheint. Im Grunde bringen die zusätzlichen Inhalte keinen wirklichen Inhalt. Es werden quasi eine handvoll Superstars und ein paar Moves hinzugefügt, die das Spiel auf lange Sicht nicht attraktiver machen. Doch dafür zieht einem 2k das Geld aus der Tasche. Bei anderen Entwicklern gibt es für den Preis wenigstens neue Modi, Schauplätze und Sonstiges, was auf mittellanger Sicht einen Mehrwert bietet. Hier bedarf es ebenfalls eines Überdenken der DLC-Politik.

 

Fazit

Es muss sich dringend etwas grundlegend ändern, denn so kann es bei der Serie nicht weitergehen. Neue Engines bzgl. Grafik und Physik, mit der einfacher gearbeitet werden kann. Der 2016er Ableger bietet für ein paar Tage kurzweilige Action, die aber dank der ganzen künstlichen Restriktionen, fehlendem Inhalt und Bugs abflacht. 

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